Schon seit Jahrtausenden richtet sich der
Mensch, was die Zeitmessung betrifft, nach der Sonne. Dass dieser alte Brauch
auch heute seinen Reitz trotz hoher technologischer Möglichkeiten nicht
verloren hat, zeigt sich vor allem in Birkenau.
Wenn überhaupt, dann können sich nur wenige andere Gemeinden oder Städte mit
Birkenau auf dem Gebiet "Sonnenuhren" messen.
An die hundert dieser geräuschlosen Zeitmesser zieren mittlerweile die
Hauswände und Gärten der Birkenauer Bürger.
Es war um das Jahr 1950, als der Birkenauer Regierungsbaumeister a. D., Otto
Seile, die Südwand seines Hauses mit einer Sonnenuhr verzierte.
Was er damals wohl nicht erwartete, war, dass er
damit einen wahren Sonnenuhrenboom auslöste. Schon 18 Jahre später stellte
Herr Seile die 25. Sonnenuhr fertig. Über mangelnde Arbeit konnte er
sich wirklich nicht beklagen, den viele Birkenauer Bürger fanden Gefallen an
den sonnenhungrigen Chronometern.
1973 richtete Otto Seile, inzwischen 80-jährig, die 53. Sonnenuhr an einer
Hauswand ein. Auch nach dem Tod Otto Seiles fand diese Entwicklung kein Ende.
Viele seiner erhalten gebliebenen Konstruktionszeichnungen wurden
verwirklicht.
Andere taten es ihm nach und beschäftigten sich dermaßen intensiv mit diesem
Thema, dass man Sie ohne weiteres als "Sonnenuhren- Experten"
bezeichnen kann. Äquatorial-, Horizontal-
und Vertikalsonnenuhren prägen und zieren das Ortsbild von
Birkenau. Ein Hauch von Nostalgie liegt über dem Birkenauer Tal und bildet
einen willkommenen Kontrast zu der lauten von technischem Fortschritt
beherrschten Umwelt.
Von der Sonnenuhr geht eine Faszination aus der sich kaum einer entziehen
kann. Sie bringen etwas Ruhe und Beschaulichkeit in unsere viel zu hektische
Zeit. Wen wundert es da noch, dass sich die Birkenauer einen Spruch als
Leitmotiv auserkoren haben, den sich eigentlich jeder Mensch zum Motto machen
sollte.
" Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit ´ren Stunden nur"
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