Birkenau, weil die Sonnenuhren dem Ort ein besonders geruhsames Gepräge geben

Birkenau ist weithin als "Dorf der Sonnenuhren" bekannt. In unserem Ort gibt es mittlerweile mehr als achtzig Sonnenuhren.

Das Dorf der Sonnenuhren diesen Beinamen hat Birkenau den zahlreichen geräuschlosen Zeitmessern zu verdanken, die nicht nur Hauswände und Gärten zieren, sondern auch Schmuckstücke für den gesamten Ort sind. Ein Stück Romantik und altes Kulturgut wird in Birkenau somit am Leben erhalten.

Von den Sonnenuhren geht eine Faszination aus, der sich kaum einer entziehen kann. Sie bringen ein wenig Ruhe und Beschaulichkeit in unsere hektische Zeit.

"Mach es wie die Sonnenuhr, zähl' die heit'ren Stunden nur" - dieses Birkenauer Leitmotiv sollten Sie sich bei einem "Sonnenu(h)rigen Spaziergang" durch den Ort zu eigen machen.

Vorbei an verträumten Winkeln, zahlreichen Fachwerkbauten, entlang der gemächlich dahinfließenden Weschnitz. - Sie werden immer wieder auf eine der über 100 Sonnenuhren treffen, die Ihnen auch ohne Quarz- und Digitaltechnik sagen was Ihre Urlaubsstunde geschlagen hat.

(Orginal: http://www.birkenau.de )




Kleine Birkenauer Sonnenuhrengeschichte

Schon seit Jahrtausenden richtet sich der Mensch, was die Zeitmessung betrifft, nach der Sonne. Dass dieser alte Brauch auch heute seinen Reitz trotz hoher technologischer Möglichkeiten nicht verloren hat, zeigt sich vor allem in Birkenau.

Wenn überhaupt, dann können sich nur wenige andere Gemeinden oder Städte mit Birkenau auf dem Gebiet "Sonnenuhren" messen.
An die hundert dieser geräuschlosen Zeitmesser zieren mittlerweile die Hauswände und Gärten der Birkenauer Bürger.
Es war um das Jahr 1950, als der Birkenauer Regierungsbaumeister a. D., Otto Seile, die Südwand seines Hauses mit einer Sonnenuhr verzierte.

Was er damals wohl nicht erwartete, war, dass er damit einen wahren Sonnenuhrenboom auslöste. Schon 18 Jahre später stellte Herr Seile die  25. Sonnenuhr fertig. Über mangelnde Arbeit konnte er sich wirklich nicht beklagen, den viele Birkenauer Bürger fanden Gefallen an den sonnenhungrigen Chronometern.
1973 richtete Otto Seile, inzwischen 80-jährig, die 53. Sonnenuhr an einer Hauswand ein. Auch nach dem Tod Otto Seiles fand diese Entwicklung kein Ende. Viele seiner erhalten gebliebenen  Konstruktionszeichnungen wurden verwirklicht.
Andere taten es ihm nach und beschäftigten sich dermaßen intensiv mit diesem Thema, dass man Sie ohne weiteres als "Sonnenuhren- Experten" bezeichnen kann. Äquatorial-, Horizontal- und Vertikalsonnenuhren prägen und zieren das Ortsbild von Birkenau. Ein Hauch von Nostalgie liegt über dem Birkenauer Tal und bildet einen willkommenen Kontrast  zu der lauten von technischem Fortschritt beherrschten Umwelt.
Von der Sonnenuhr geht eine Faszination aus der sich kaum einer entziehen kann. Sie bringen etwas Ruhe und Beschaulichkeit in unsere viel zu hektische Zeit. Wen wundert es da noch, dass sich die Birkenauer einen Spruch als Leitmotiv auserkoren haben, den sich eigentlich jeder Mensch zum Motto machen sollte.

" Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit ´ren Stunden nur"